Over the past decade Arwed Messmer has been working with photographic documents from public archives, using them as the visual basis of his artistic work. In the Police Historical Collection in Berlin he examined the holdings of images taken by the police within the scope of their usual documentation during the student protests of the 1960s. These images, which are published here for the first time, show a different view of the historical events than the press images that dominate our visual memory to this day. For this project Arwed Messmer digitized over one thousand black-and-white negatives, editing them in a sequential narrative structure that breaches the boundary between photography and film.
Das Hauptaugenmerk gilt den zahlreichen, bislang in der Forschung (besonders der italienischen) weitgehend außer Acht gelassenen Werkanalysen, denen – methodologisch auch durch die Gestalttheorie bzw. Wahrnehmungspsychologie gestützt – Überlegungen zu Ikonographie, Struktur, Farbe, Licht und Bildzeit zu Grunde liegen. Einen besonderen Stellenwert hat die Untersuchung des Kolorits, zumal es sich hier um den in der Fachliteratur am meisten vernachlässigten Forschungsaspekt handelt. Aus all dem resultieren bisweilen neue hermeneutische Erkenntnisse und Antworten auf künstlerische Qualitätsfragen sowie auch Vorschläge zur Lösung strittiger Datierungs- und Zuschreibungsprobleme. Zudem werden die Gemälde nicht nur im Rahmen der venezianischen Maltradition, sondern auf Basis der komparatistischen Methode auch im überregionalen Kontext besprochen.
Vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe Stefan Austs Buch, ein „Klassiker“ (FAZ) der jüngeren Geschichtsschreibung, ist keine Anklageschrift und nicht das Plädoyer eines Verteidigers, es ist auch kein Urteil, weder in juristischer noch in moralischer Hinsicht. Es soll ein Protokoll sein, eine Chronik der Ereignisse vom Juni 1967, als der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen wurde, bis zum „Deutschen Herbst“ 1977, der Entführung und späteren Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, der Entführung und Befreiung der Passagiere und Besatzungsmitglieder der Lufthansa-Maschine „Landshut“ und den Selbstmorden im Hochsicherheitstrakt von Stammheim. Detaillierter und brisanter denn je: Eine Fülle neuer Fakten, die zu einem großen Teil erst durch Austs akribische Recherchen ans Tageslicht kommen, macht diese Neuausgabe möglich und notwendig. Neben neuem Fotomaterial wertet der Autor eine Vielzahl neu aufgefundener und erst heute freigegebener Ermittlungsakten sowie private Aufzeichnungen und Aussagen von Zeitzeugen aus.
In seinem kunstlerischen Schaffen hat Wolfgang Tillmans ( 1968 in Remscheid) das Medium der Fotografie in einer bisher nie gesehenen Weise revolutioniert und auf andere Medien hin geoffnet. BEginnend in den fruhen 1990er-Jahren dokumentierte Tillmans in Szenen aus London, New York oder Berlin die Menschen und Situationen seines direkten Umfeldes und schuf so auf stilpragende Weise das Portrat einer neuen Generation. SEit den spaten 1990er-Jahren fertigt Tillmans vermehrt kameralose, abstrakte Fotografien an, die aus einer direkten Arbeit mit und auf dem Fotopapier hervorgehen. ZUm Teil erlangen diese Bilder einen skulpturalen, objekthaften Charakter. AUch im Ausstellungskontext entwickelte er neuartige, antihierarchische Installationsformen seiner Bilder im Raum. ANlasslich einer umfassenden Ausstellung von Tillmans' Werk in der Basler Fondation Beyeler erscheint dieses Katalogbuch, welches seine Arbeiten in bisher nie gesehener Weise ordnet und gruppiert.
Digitale Fotografien sind allgegenwärtig: Sie werden täglich milliardenfach erzeugt, verbreitet, kommentiert und gespeichert. Im Zusammenspiel mit digitalen Technologien und sozialen Netzwerken sind Praktiken entstanden, die Produktion und Rezeption, Distribution und Archivierung fotografischer Bilder radikal verändert haben. Sie werden dabei ebenso von ihren Prosumer/innen verteilt, geordnet und bewertet wie von Maschinen, Software und Algorithmen. Wie verschieben sich dadurch fotografische Konzepte von Autorschaft, Referenz und Relevanz? Welche Ästhetiken, Wissensordnungen und Archive entstehen in digitalen Kulturen? Dieser Band erschließt erstmals systematisch die neuen Technologien und kulturellen Praktiken, durch die fotografische Bilder gegenwärtig verteilt und wirksam werden.
"Selten ist so viel über so wenige geschrieben worden", hieß es schon vor dreißig Jahren über die Rote Armee Fraktion. Petra Terhoeven legt nicht eine weitere Chronik der Ereignisse vor, sondern erklärt auf der Hohe der aktuellen Forschung, wie und warum aus den Stadtguerilla-Experimenten einer kleinen Minderheit radikalisierter '68er' eine terroristische Gruppe hervorging. Die RAF löste nicht nur eine tiefgreifende Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte aus, sondern konnte lange über ihr politisches Scheitern hinaus eine morbide Faszination entfalten.
Gudrun Ensslin – Pastorentochter, Studienstiftlerin, Terroristin: Was sagen diese Schlagworte über die Person? Wie kam es zu ihrer Radikalisierung? Im Fokus des Buches steht die Kehrtwendung Gudrun Ensslins aus einer vornehmlich bürgerlichen Existenz zu einem Dasein im Untergrund. Diese Wende der späteren Mitbegründerin der RAF in die Militanz und den Terrorismus scheint sich ohne nennenswerten ideologischen Anlauf vollzogen zu haben. Bis ins Jahr 1967 nimmt Ensslin beispielsweise kaum an Demonstrationen teil. Im Vordergrund steht für sie der Aufstieg ins linksliberale Kulturestablishment der Bundesrepublik, eine geplante Dissertation über Hans Henny Jahnn, schließlich auch ihr Kind. Der Tod Benno Ohnesorgs am 2. Juni 1967 markiert den Beginn ihrer Radikalisierung, die sie geradezu zur Kaufhausbrandstiftung und daran anschließend zur RAF-Gründung katapultiert. Was den Zeitgenossen damals schon rätselhaft erschien, ist auch heute für uns ein aktuelles Problem. Immer wieder fragen wir uns, wie Radikalisierung unbemerkt entstehen konnte (und kann). Folgt man dem Radikalisierungsverlauf Gudrun Ensslins durch die Bildungsinstitutionen hindurch, dann wird sichtbar, wie sich darin langsam das Erleben von Bildung und das von Radikalität immer ähnlicher werden. Alex Aßmann rekonstruiert den Weg Ensslins von der Studentenbewegung in den Linksradikalismus als Bildungsgeschichte. Ihren Ausgang nimmt diese Entwicklung in den 1940er und 50er Jahren, denen das besondere Augenmerk des Autors gilt. Sein Buch eröffnet auf diese Weise einen neuen Blick auf die RAF-Protagonistin und räumt mit weit verbreiteten Missverständnissen auf.
Die Inszenierung von Mode und Marken ist seit einigen Jahrzehnten ein wachsendes und florierendes Aufgabenfeld für die Disziplin Szenographie geworden. Die in diesem Band versammelten Essays sind kulturwissenschaftliche Studien und theoretische Untersuchungen zu einer neuen Form des Branding mittels ganzheitlicher und synästhetischer Übersetzungs- und Vermittlungsformen in einem weiten Netzwerk von Mode-Akteuren. Unter dem Neologismus »Scenographic Fashion Design« stellt Pamela C. Scorzin erstmals ausführlich anhand prägnanter Fallbeispiele ein zentrales und höchst innovatives Feld einer holistischen und trans-medialen Inszenierungspraxis in der nachmodernen Konvergenzkultur vor.
Schreibe dein Leben um Unter dem unbewussten Lebensplan versteht man in der Transaktionsanalyse eine Art roten Faden, der sich durch unser Leben zieht, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Er führt uns manchmal zu Ereignissen, die wie fatale Wiederholungen bisherigen Erlebens, wie Déjà-vus erscheinen. Wir sprechen davon, dass es "unser Schicksal" sei, so zu leben. Doch in Wirklichkeit sind wir es selbst, die unser Leben, unsere Persönlichkeit und unsere Beziehungen gestalten. Dieses Buch zeigt, wie mit konkreten Übungen der Lebensplan bewusst erlebt und gestaltet werden kann. Eingebettet in den Text sind acht Geschichten, die anhand ihrer Helden auf sinnbildliche Weise die Dynamik des unbewussten Lebensplanes erklären.
Das Jahrbuch "Extremismus & Demokratie" fördert die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Problemkreis des politischen Extremismus in seinen verschiedenen Ausprägungen. Es versteht sich als Diskussionsforum, Nachschlagewerk und Orientierungshilfe zugleich. Der 30. Band dokumentiert, kommentiert und analysiert umfassend die Entwicklung im Berichtsjahr 2017. Neben Analysen, Daten und Dokumenten findet sich eine Literaturschau der wichtigsten Publikationen zu Fragen von Extremismus und Demokratie in Geschichte und Gegenwart. Aktuelle Schwerpunkte bilden u.a. Populismus und Semi-Extremismus, die Vereinsverbotspraxis in Deutschland, der NSU im Vergleich zur RAF, die "Identitären" im Netz und in Aktion, linksextremistische Splitterparteien sowie das Ausmaß der Gefährdung durch Rückkehrer aus Syrien und dem Irak. Mit Beiträgen u. a. von Uwe Backes, Wilfried von Bredow, Hubertus Buchstein, Alexander Gallus, Sebastian Gräfe, Florian Hartleb, Eckhard Jesse, Gerd Koenen, Jürgen P. Lang, Michail Logvinov, Tom Mannewitz, Isabelle-Christine Panreck, Clemens Pleul, Tom Thieme, Gerhard Wettig und Barbara Zehnpfennig.

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