Beratung ist zum festen Bestandteil von Bildung, Arbeitswelt, Wohlfahrtsstaat und persönlichen Beziehungen geworden. Mit ihrer Aufforderung zu umfassender Eigenaktivität soll Beratung freie, kompetente und imaginative Subjekte hervorbringen. Boris Traue führt Therapiestrategien wie das Coaching auf Wissensformen und Psycho-Techniken des 18. Jahrhunderts zurück und zeigt, dass sie ihre Aktualität im gegenwärtigen Feld der Beratung durch die Verknüpfung mit einer kybernetischen Anthropologie und mit digitalisierten Praktiken erhalten. Die Studie entwirft damit zugleich eine Genealogie des modernen Individuums.
Ökologische Kommunikation bezieht sich nicht nur auf industriell erzeugte Selbstgefährdungen moderner Gesellschaften. Sie stellt auch einen symbolischen Fokus der Neudefinition gesellschaftlicher Identitäten und Ordnungsvorstellungen dar. Diese Studie fragt, wie sich das symbolische Interaktionsfeld dieser Debatten mit der Institutionalisierung ökologischer Risikokommunikation verändert hat. Sie rekonstruiert die spezifische "Rahmung" von Umweltproblemen in der deutschen Medienöffentlichkeit und untersucht die Herausbildung eines neuen Typus öffentlichkeitsvermittelter, "dialogischer" Interaktion zwischen Umweltbewegung, Politik und Wirtschaft.
Den meisten Menschen sind die alltäglichen Dimensionen ihres gesellschaftlichen Seins im Modus des Selbstverständlichen gegeben: Mannsein, Frau-sein, jung sein, körperlich fit sein, überhaupt körperlich sein – all dies wird für gewöhnlich nicht zum Gegenstand reflexiver Bemühungen, sondern gehört zum Bestand des fraglos Gegebenen. Charakteristisch für das Denken und Forschen Michael Meusers ist es, dieses fraglos Gegebene gleichsam zum Sprechen bringen zu wollen: Wie lassen sich die im Modus der Selbst-verständlichkeit gelebten Wissens- und Erfahrungsbestände des Alltagslebens empirisch fassen und auf den Begriff bringen? Dieser Band versammelt mit 22 Beiträgen aktuelle Forschungen, die Fragen der Hervorbringung von Wissen und WissensakteurInnen, methodische und methodologische Fragen der Erforschung von Wissen und schließlich die Themenfelder Geschlecht, Körper und Sport in verschiedenen Perspektiven verhandeln.
Öffentliche Kommunikation überschreitet, unterläuft und überwindet in zunehmendem Maße nationale Grenzen. Dieser Internationalisierungsprozess ist ein wesentlicher Bestandteil von Globalisierung in ihrer politischen, kulturellen und ökonomischen Dimension. Der Band will das Spannungsverhältnis zwischen Internationalisierung und nationalen Beharrungskräften ausleuchten. Er vereint daher international vergleichende und transnationale Perspektiven auf öffentliche Kommunikation. Das Buch hat einen regionalen Schwerpunkt in der OECD-Welt, enthält aber zugleich kurze Fallstudien zu wichtigen Ländern und Regionen außerhalb der OECD.
Eine interdisziplinäre Verständigung über Kultur ist fällig und notwendig, um dem gegenwärtig weit verbreiteten Eindruck entgegenzuwirken, „Kultur“ habe sich als semantisches Irrlicht und als obsolet gewordener Gegenstand von Forschung erwiesen, weil der Begriff unüberschaubare wie unvereinbare Bedeutungsmomente bündele und aus einem bloßen Gespinst von Mehrdeutigkeiten bestehe. Demgegenüber wird in diesem Buch die Überzeugung vertreten, dass es gewinnbringend ist, die spezifischen Kompetenzen aus der Kultursoziologie und Populärkulturforschung, aus der Theorie des Kulturmanagements und der Medienkultur sowie aus der Kulturphilosophie zusammenzubringen, um zu zeigen, dass es trotz und gleichsam unterhalb der notorischen Vieldeutigkeit des Wortes „Kultur“ einen gemeinsamen Sachzusammenhang namens Kultur gibt, von dem die einzelnen Fachdisziplinen jeweils bestimmte Faktoren in den Blick nehmen und kraft ihrer eigenen Methoden erhellen. Damit leistet der Band einen wichtigen Beitrag, um den vielschichtigen und komplexen Terminus „Kultur“ als sozial- und kulturwissenschaftlichen Schlüsselbegriff wiederzugewinnen.
Einerseits ist die politische Berichterstattung in Europa durch einen gemeinsamen Blick auf die EU geprägt. In dem Sinne besteht eine europäische Öffentlichkeit. Andererseits bleibt eine solche Berichterstattung mehrfach segmentiert – nicht nur im Hinblick auf Länder, sondern auch im Hinblick auf die Art der Medien, in denen die Berichterstattung erfolgt. Wie ist diese Mehrfach-Segmentierung zu klären? Die Antwort, die in diesem Buch auf Basis von Redaktionsstudien in sechs europäischen Ländern gegeben wird, lautet: durch unterschiedliche politische Diskurskulturen. Diese bestehen nicht nur national, sondern sie existieren auch für unterschiedliche Typen von Zeitungen. Doch gibt es Ansätze des Entstehens einer europäischen politischen Diskurskultur?
Ausgehend von der Grundannahme, dass Kommunikation Organisationen konstituiert, geht dieser Band der Frage nach, wie sich die Kommunikation im Schulkollegium im Zuge der Mediatisierung verändert und welche Konsequenzen daraus für die organisationale Reproduktion der Schule rühren. In der Schulentwicklungsforschung findet diese Fragestellung bislang keine Berücksichtigung. Die Untersuchung basiert auf umfangreichen Fallstudien an zwei großstädtischen Gesamtschulen. Dazu wurden Gruppendiskussionen, qualitative Interviews, teilnehmende Beobachtungen und Logfile-Analysen von Nutzungsdaten so genannter Schulinformationssysteme durchgeführt.
liegt noch nicht vor
Der US-amerikanische Nachrichtensender CNN oder sein arabisches Pendant "Al-Jazeera" aber auch die weltweite Verbreitung von Hollywood-Filmen oder Manga-Comics sind Beispiele einer kulturübergreifenden Medienkommunikation. In die Analyse dieser Phänomene führt das vorliegende Lehrbuch ein. Thematisiert werden Konzepte der inter- und transkulturellen Medienforschung, Möglichkeiten und Grenzen von globaler Medienpolitik sowie transkulturell orientierte Medienproduktion und deren Aneignung. Hierbei fokussiert das Buch medienübergreifend Fernsehen, Internet und Film. Andreas Hepp ist Professor für Kommunikationswissenschaft am Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Bremen.
Der Kern des historischen wie gegenwärtigen Medien- und Kommunikationswandels ist weniger darin zu sehen, dass einzelne Medieninhalte eine ,Wirkung‘ auf Kultur und Gesellschaft haben. Vielmehr ist er darin zu sehen, dass unsere heutige Alltagswelt selbst zunehmend von Medien durchdrungen wird: Wir leben in einer mediatisierten Alltagswelt. Doch was heißt dies konkret? Und wie verändert sich unser Alltag mit seiner fortschreitenden Mediatisierung? Auf diese Fragen geben Beiträge von renommierten Autorinnen und Autoren ausgehend von Friedrich Krotz’ Konzept der Mediatisierung eine Antwort.
Medien und Migration ist ein aktuell heiß diskutiertes Thema. Doch wie wichtig sind Medien für Migrantinnen und Migranten wirklich? Was hat sich mit der Etablierung von Internet, Mobiltelefon und Social Web geändert? Welchen Stellenwert haben Medien für die Vergemeinschaftung der Diasporas? Es sind Fragen wie diese, die in der Studie 'Mediale Migranten' behandelt werden. Durch eine vielschichtige Analyse wird gezeigt, dass über die verschiedenen Medien hinweg die kommunikative Vernetzung von Migrantinnen und Migranten sehr unterschiedlich verläuft, je nachdem, ob sie eher herkunfts-, ethno- oder weltorientiert sind. Auf diese Weise verdeutlicht die Untersuchung, dass man 'Integration durch Medien' anders denken muss, als dies bisher geschehen ist.
Leitende Grundannahme im Werk Ronald Hitzlers ist die einer Fragilität des Sozialen. Der Mensch ist gleichsam zu einem ‚riskanten’ Leben gezwungen. Diese an Goffman gewonnene Einsicht lässt Risikobewältigung als eine Grundanforderung der Interaktionsordnung erscheinen, die Individuen zu Existenzbastlern macht. Nicht erst in der (Spät-)Moderne leben die Akteure Hitzler zufolge in Inszenierungen. Dieses Buch enthält Hitzlers diese Sichtweise verdichtenden Aufsatz „Der Goffmensch. Überlegungen zu einer dramatologischen Anthropologie“ und versammelt Beiträge von Kolleginnen und Kollegen, die ihn in seinem bisherigen wissenschaftlich-akademischen Werdegang auf verschiedene Weise und unterschiedlichen Wegstrecken begleitet haben.
Den Alltag auffällig zu machen und ihn als Bezugspunkt der Medienkommunikationsforschung in den Blick zu rücken, ist Ziel des vorliegenden Bandes. Im ersten Teil werden Konstruktionen von Alltag in medialen Deutungsangeboten thematisiert: Alltag in den Medien wird u.a. anhand von Reality-TV, Geschlechterinszenierungen in Serien sowie Konventionen im Journalismus untersucht. In den Beiträgen des zweiten Teils stehen Prozesse der Medienaneignung in Alltagskontexten im Mittelpunkt: Um Medien im Alltag zu beleuchten, wird der Gebrauch von Print-, Digital- und anderen Medien in ihrer Verflechtung mit alltäglichen Praktiken analysiert. Die versammelten Beiträge stellen dabei vielfältige Theoriebezüge her, so zu den Cultural Studies, den Gender Media Studies und den Arbeiten von Pierre Bourdieu.
Zu konstatieren ist ein Trend zur Eventisierung des Lebens in der Gegenwartsgesellschaft schlechthin. Der Begriff „Eventisierung“ bezeichnet zum einen die Verspaßung von immer mehr Bereichen unseres sozialen Lebens mit einer bestimmten Art kultureller Erlebnisangebote, zum anderen das Machen konkreter Events – sowohl durch Anreicherung kultureller Traditionsveranstaltungen mit zusätzlichen Verlustierungselementen als auch durch strategische Neuschöpfungen von Unterhaltungsformaten für möglichst viele Menschen. Illustriert wird dieser Befund anhand konkreter Studien zum Weltjugendtag (2005 in Köln), zur Kulturhauptstadt („Metropole Ruhr“ 2010) und zur Loveparade – bis hin zu deren düsterem Ende (Duisburg 2010). Die Zeitdiagnose mündet in die Frage, ob (auch) „Eventisierung“ möglicherweise ein „Juggernaut“ ist.
Immer häufiger stellt sich die Frage nach der Zukunft und der Bedeutung von Public Relations, dabei werden die Antworten im Rückgriff auf wissenschaftliche Erkenntnisse und auf die praktizierten Normen sittlichen Verhaltens gesucht. Es verwundert folglich nicht, daß für PR Primate des "Sollens" gefordert werden, um Defizite in der Praxis zu überwinden. PR-Ethik soll PR zu mehr Professionalismus verhelfen, ihr eine neue Perspektive öffnen und mehr Glaubwürdigkeit nach innen wie nach außen gewährleisten.Die Herbert-Quandt-Stiftung hat diese Entwicklung zum Anlaß genommen, Wissenschaftler aus PR-bezogenen Disziplinen zur Diskussion von Ethik-Fragen einzuladen. Schwerpunktthemen waren philosophische und ethische Aspekte von PR, Organisation und Management, kommunikationswissenschaftliche Ansätze und denkbare Folgen des Nachdenkens über PR-Ethik für Praxis und PR-Forschung.

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