Max Webers berühmte Studie zur Protestantischen Ethik hat bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Ausgehend von der Frage, worin die Besonderheit der abendländischen Moderne besteht, beginnt Max Weber mit der Suche nach den Grundlagen und Voraussetzungen des modernen Kapitalismus. Er stößt auf eine spezifische, protestantische Ethik als eine der entscheidenden Wurzeln der typisch abendländischen Form des Wirtschaftens, die dem Kapitalismus eine ideelle Grundlage bot und am weitesten entgegenkam. In der vorliegenden vollständigen Ausgabe sind – neben den Originaltexten von 1920 – auch Webers leidenschaftliche Reaktionen auf die Kritiker seiner Schrift nachzulesen. Es ist die erste vollständige Sammlung aller Schriften Max Webers zur Rolle des Protestantismus bei der Herausbildung des modernen Kapitalismus.
Max Webers These von der protestantischen Arbeitsethik, die dem Kapitalismus erst zu seinem Siegeszug verhalf, ist Allgemeingut. Entsprechend gilt Webers Abhandlung "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" seit ihrem Erscheinen vor über 100 Jahren als eine der maßgebenden soziologischen Untersuchungen. Heinz Steinert unterzieht Webers Aufsatzreihe der schon lange fälligen kritischen wissenschaftlichen Analyse und Historisierung. Sein Befund: Es gibt keinen grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Protestantismus und kapitalistischem Wirtschaften. Webers Schrift ist vielmehr in ihrem historischen Kontext, als Teil der preußischen Religionskämpfe, zu sehen. Es wird darin die Krisenerfahrung der preußischen Bürger-Männlichkeit um die Jahrhundertwende in einer "asketischen" Haltung verarbeitet. Der Autor weist überdies nach, dass Begriffe wie "Idealtypus" oder "Wahlverwandtschaft" nur noch historisch interessant sind und dass eine neuerliche Befragung der weberschen Quellen zu neuen, anderslautenden Schlüssen führen muss.
Diplomarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich VWL - Sonstiges, Note: 1,7, Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg, 61 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Untersucht man die biblische Vorstellung von der Entstehungsgeschichte des Menschen im Ersten Buch Moses (Genesis), so lässt sich feststellen, dass der Sündenfall Adams und Evas die wohl bedeutendste ökonomische Veränderung in der Geschichte des Menschen bewirkte. Nach den Vorstellungen über das Paradies war dieses durch unendlichen Reichtum an Rohstoffen und Nahrung bestimmt. Durch die Vertreibung durch Gott und die damit verbundene Auferlegung von Qualen im alltäglichen Leben entstand für den Menschen die Notwendigkeit, für sein Überleben zu arbeiten. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit sah er sich einer Knappheit aller Güter, sowie der lebensnotwendigen Befriedigung eigener Grundbedürfnisse gegenüber. Die Natur und die Bedürfnisse anderer Menschen verhindern seitdem die Möglichkeit, alles zu bekommen, was man sich wünscht. Die Rationalisierung der Verwendung von Ressourcen, die Notwendigkeit der langfristigen Planung und nicht zuletzt die Ökonomie als Ganzes begründen auf dieser biblischen Vorstellung ihre Existenz. Mit einer gewissen Übertreibung und Generalisierung ausgedrückt, kann man somit die Religion als Grundproblem der Ökonomie verstehen, woraus sich zwangsläufig die Frage nach der Lösung dieses Problems ergibt. Da die Bedürfnisse aller und die daraus entstehende Knappheit in der Realität wohl niemals überwunden werden kann, ergibt sich eine differenziertere Fragestellung, die auf die Minimierung der Knappheit abzielt. Wenn jedoch die Religion das Problem der Ökonomie darstellt, muss auch gefragt werden, ob eine Lösung in genau diesem Bereich denkbar wäre. Dazu ist es notwendig, den Zusammenhang von Religion und Wirtschaft zunächst festzustellen und dann diesen auf Lösungs- bzw. Verbesserungsmöglichkeiten hin zu untersuchen. Bereits Adam Smith, der als der Begründer der klassischen Volkswirtschaftslehre gilt, nannte in seinem Werk „Wohlstand der Nationen“ von 1776, dass es eine Verbindung von Religion und Ökonomie gibt. Allerdings blieb dieser Aspekt für sehr lange Zeit in der Wirtschaftswissenschaft unberücksichtigt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Soziologe und nicht etwa ein Wirtschaftwissenschaftler diesen Bereich als erstes theoretisch analysierte.
Studienarbeit aus dem Jahr 1999 im Fachbereich Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen, Note: 1,0, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Institut für Soziologie), Veranstaltung: Max Weber, 6 Literaturquellen Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In seinem Werk “Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus” erforscht der deutsche Soziologe Max Weber die Entstehungsgeschichte des modernen Kapitalismus als Spezifikum des Abendlandes. Seine Vorgänger Marx, Sombart und Brentano hatten zwar das ihrige für die Erarbeitung dieses Gegenstandes beigetragen - ihre vornehmlich materialistischen, politischen oder ökonomischen Herleitungen des kapitalistischen Wirtschaftssystems (als zwangsläufige ökonomische Rationalisierung) konnten Webers Anspruch an eine umfassende kulturhistorische Analyse jedoch nicht befriedigen. Für das Verstehen jeglicher sozialer Entwicklungen in der Übergangszeit vom Mittelalter zur Renaissance sei der Einfluß der Religion als fundamental prägender Kulturbestandteil des Abendlandes auf keinen Fall zu vernachlässigen. Und so sucht Weber nach den Zusammenhängen von religiöser und ökonomischer Entwicklung jener Epoche. Eine Verflechtung von Religion und Wirtschaft kann aber nur, aufgrund der spezifisch geistigen Eigenart des Religiösen, in einem ebensolchen Wirtschafts-“geist” zu finden sein. Daß der dabei festgestellte Zusammenhang von religiösem und wirtschaftlichem Streben maßgeblicher Bevölkerungsschichten nicht nur begleitender oder gar zufälliger Natur ist, sondern daß ganz im Gegenteil die Wirtschaftsethik des Protestantismus eine maßgebliche Quelle des “kapitalistischen Geistes” darstellt, ist Webers zentrale Erkenntnis.
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen, Note: 1,0, Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau, Sprache: Deutsch, Abstract: Max Weber versucht in seinem Buch „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ die Frage zu klären, was die so genannte Neuzeit (Moderne) ist und wo sie geographisch gesehen entstanden ist. Seine Überlegungen und Forschungen haben ergeben, dass gerade die Menschen in Westeuropa (Okzident) sich zu einer modernen Gesellschaft, vor allem in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Staat und Religion, entwickelt haben. Er konstatiert, dass sich die moderne Gesellschaft im Wesentlichen an der Rationalität aufbaut, die sich in allen gesellschaftlichen Bereichen und Funktionen wieder findet. Der Alltag des Menschen wird bestimmt durch sein rationales Handeln, sowohl im beruflichen wie im privaten Bereich. Dabei stellt Max Weber fest, dass das rationale Handeln nur gelingen kann, wenn eine bestimmte Ordnung und Systematisierung in der Gesellschaft vorherrscht. Diese tragen dazu bei das gesamte rationale System zu einer Effektivitätssteigerung zu führt. Er zeigt dabei vor allem die Wichtigkeit der Rationalität im gesamten Wirtschaftskreislauf auf, die den Kapitalismus als finales Ziel beinhaltet. In diesem Zusammenhang stellt sich Max Weber die Frage, warum ausgerechnet Westeuropa prädestiniert ist für die ökonomische Rationalität und nicht auch so genannte prämoderne Gesellschaften. Um diese Frage zu beantworten, vergleicht er prämoderne Gesellschaften mit dem Okzident. Er beschäftigt sich zum Beispiel mit chinesischen und indischen Gesellschaften. Sein Ergebnis ist, dass in den prämodernen Gesellschaften die Ökonomie vorwiegend den täglichen Bedarf des Menschen gedeckt hat, während im modernen Kapitalismus das Streben nach Gewinn das inhärente Ziel ist. Es geht Max Weber hauptsächlich um die Klärung der Frage: Warum entstand gerade im Okzident eine spezifisch moderne Gesellschaft mit Folgen auf das Wirtschaftssystem? Warum dehnte sich speziell im Okzident die Rationalität auf alle Lebensbereiche aus? [...]
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Soziologie - Religion, Note: 2,0, Universität Trier, Veranstaltung: Zivilisationstheorien, 1 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: 1. Einleitung 1.1 Vorgehensweise Im Verlauf dieser Hausarbeit möchte ich mich mit dem Aufsatz von Max Weber – „ Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ beschäftigen und besonders auf die Eigenschaften der innerweltlichen Askese sowie die Merkmale der katholischen Kirche eingehen um zu klären, in welchem Zusammenhang sie mit der Entwicklung des Kapitalismus im Okzident stehen. Hierzu werde ich zunächst die Absichten Max Webers und den Teil seiner Theorie skizzieren, der bis zu dem von mir behandelten Kapitel 2.1 „Die religiösen Grundlagen der innerweltlichen Askese“ reicht. Der Hauptteil wird zunächst einen Überblick über die Vorgehensweise des Autors in Bezug auf die innerweltliche Askese geben. Anschließend werde ich mit der Darstellung der Eigenschaften dieser Art von Askese sowie der katholischen Kirche beginnen und meine Ausführungen mit ausgewählten Textstellen belege n. Am Schluss der Hausarbeit möchte ich noch auf den Teil von Webers Argumentation näher eingehen, der auf das von mir bearbeitete Kapitel folgt. Daraufhin werde ich die Ergebnisse noch einmal grob zusammenzufassen und versuchen zu klären, welche Rolle die innerweltliche Askese sowie die katholische Kirche in der Entstehung des Kapitalismus gespielt haben und welchen Stellenwert sich so für diese beiden Themen im Aufsatz von Max Weber ergibt.
English summary: 100 years after the publication of Max Weber's famous work The Protestant Ethic and the 'Spirit' of Capitalism, the discussion surrounding this work is still very much alive. The scholars engaged in this discussion did not, however, always examine the context of the study, especially the impact of the relationship between Max Weber and Ernst Troeltsch on it. The articles in this volume, the result of a symposium on Weber and Troeltsch, which took place in the spring of 2004, focus on this somewhat neglected relationship. German description: In den Jahren 1904 und 1905, also vor nunmehr 100 Jahren, veroffentlichte Max Weber seine inzwischen weltberuhmte Studie Die protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus als Aufsatz in zwei Folgen. Dieser loste unmittelbar nach Erscheinen die erste Kontroverse und spater eine Flut von Sekundarliteratur aus. Viele Reaktionen auf die Studie, positive und negative, beruhen freilich auch darauf, dass Text und Kontext missverstanden wurden. 100 Jahre danach ist die Diskussion um die Studie so lebendig wie eh und je. Fur die Autoren der Beitrage in diesem Band war das Jubilaum Anlass, abermals - hoffentlich mit frischem Blick - Text und Kontext zu bedenken. Mehr als sonst wurde dabei auch der Einfluss des Heidelberger Gelehrtenmilieus auf die Konzeption der Studie gepruft. Insbesondere interessierte das Verhaltnis von Max Weber und Ernst Troeltsch, die in dieser Phase ihres Schaffens durch eine 'Fachmenschenfreundschaft' eng verbunden waren. Die Beitrage dieses Bandes entstammen einem Symposium, das im Fruhjahr 2004 stattfand und an dem Weber- und Troeltsch-Forscher teilnahmen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Soziologie - Religion, Note: 1,7, Westfalische Wilhelms-Universitat Munster (Institut fur Soziologie), Veranstaltung: Max Weber lesen, 9 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In der vorliegenden Arbeit soll nun die Entwicklung der Argumentation Webers von seinen Definitionen der Begriffe uber die verschiedenen protestantischen Sekten bis zum Zusammenspiel von asketischem Protestantismus und modernem Kapitalismus nachvollzogen werden. Anhand zeitgenossischer Kritik, aber auch anhand aktuellerer Kritik an diesem Werk soll dann die Reichweite und Gultigkeit seiner Ausfuhrungen bis heute gepruft werden. Denn seine Aussagen schlagen gerade vor aktuellem Hintergrund eine beeindruckende Verbindung zwischen asketischem Protestantismus und modernem Kapitalismus, Klimaschutz und Wohlstandsverteilung in der Welt: 1 Weber, Max: Kritische Bemerkungen zu den vorstehenden >Kritischen Beitragen
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Ethik, Note: 2,3, Helmut-Schmidt-Universitat - Universitat der Bundeswehr Hamburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Was bitte schon soll Benjamin Franklin, einer der Grundervater der Vereinigten Staaten von Amerika und Max Weber, einer der beruhmtesten deutschen Wissenschaftler aller Zeiten, miteinander zu tun haben? Diese Frage mag sich der Leser dieser Ausarbeitung stellen und die Antwort hierauf lautet: mehr, als man glauben mag! Wer sich Webers Werk Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus naher ansieht, der wird gerade zu Beginn des Buches eindeutige Bezuge auf und Zitate von Benjamin Franklin finden. Weber besass, dies wird diese kurze Ausarbeitung aufzeigen, eine Affinitat zu den Vereinigten Staaten und nutze sie als Beispiel fur seine marktwirtschaftlichen Thesen. Ziel dieser Ausarbeitung wird es sein, diesen Zusammenhang zwischen Franklin, Weber, den Vereinigten Staaten und Webers Buch Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus deutlich zu machen."
Die Serie "Meisterwerke der Literatur" beinhaltet die Klassiker der deutschen und weltweiten Literatur in einer einzigartigen Sammlung für Ihren eBook Reader. Lesen Sie die besten Werke großer Schriftsteller,Poeten, Autoren und Philosophen auf Ihrem Kindle Reader. Dieses Werk bietet zusätzlich * Eine Biografie/Bibliografie des Autors. Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus ist ein Werk von Max Weber, das zuerst in Form eines zweiteiligen Aufsatzes im November 1904 und Frühjahr 1905 im Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik, Bd. XX und XXI erschien, und das 1920 in überarbeiteter Fassung veröffentlicht wurde. Es zählt neben Webers Schrift Wirtschaft und Gesellschaft zu seinen international wichtigsten Beiträgen zur Soziologie und ist ein grundlegendes Werk der Religionssoziologie. Zwischen der protestantischen Ethik und dem Beginn der Industrialisierung bzw. des Kapitalismus in Westeuropa besteht nach diesem Werk ein enger Zusammenhang. Die Kompatibilität („Wahlverwandtschaften“) der Ethik oder religiösen Weltanschauung der Protestanten, insbesondere der Calvinisten, und dem kapitalistischen Prinzip der Akkumulation von Kapital und Reinvestition von Gewinnen waren ein idealer Hintergrund für die Industrialisierung. (aus wikipedia.de)
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Theologie - Systematische Theologie, Universitat Bremen (Institut fur Religionswissenschaft), 17 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Bedeutung von Religion als grundlegendes Muster menschlichen Handelns wurde in den achtziger Jahren des 20 Jahrhunderts verstarkt wahrgenommen, u.a. sowohl von der Geschichtswissenschaft als auch von den okonomischen Wissenschaften. Kultur wurde als handlungsbestimmende Kraft wiederentdeckt. Anschliessend an Max Weber und Clifford Geertz wurden Kultur und Religion als pragende Elemente der Menschlichen Lebensfuhrung begriffen. Insbesondere der Religion kommt als einer letzten Ruckbindung menschlichen Handelns hoher Stellenwert zu, was sich in Handlungen in wirtschaftlichem Kontext nachweisen lasst. Religion wird dabei als intersubjektiv verstanden. Sie erlangt durch kommunikative Akte Bedeutung. Von Religion zu differenzieren ist subjektive Frommigkeit oder Spiritualitat, die Teil einer aber auch mehrerer Religionen sein kann. Sie besteht zum Grossteil aus Kommunikation - sonst konnte sie nicht Teil von Kultur sein. Sie manifestiert sich in Symbolen und Texten, Gesten und Sprechakten und in Handlungen, durch die der Glaubende seinen Glauben kommuniziert. Erst das Teilen von personlichem Glauben mit anderen lasst Religion entstehen. Insofern nimmt Religion/Spiritualitat Einfluss auf Handeln in wirtschaftlichen Zusammenhangen. In den 1990er Jahren entwickelte sich hieran anschliessend die Religionsokonomie als Unterdisziplin der Religionswissenschaft. Sie behandelt u.a. die Fragestellung, ob Religioses Handeln und Verhalten von Einzelnen und Gemeinschaften wirtschaftlich relevant ist. Die Religionswissenschaft beansprucht bei ihrem Vorgehen keine Wirtschaftswissenschaftliche Kompetenz, versteht sich aber als Kulturwissenschaft, die die okonomische Relevanz als auch die spezifischen okonomischen Dimensionen religiosen Handelns untersucht. Als Mitbegrunder
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen, Note: 1,7, Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Soziologie), Veranstaltung: Die Natur des Subjekts, Sprache: Deutsch, Abstract: „Das Subjekt gilt als handlungsfähiges Individuum, das befähigt ist, seine eigenen und die gesellschaftlichen Verhältnisse nach Maßgabe der Vernunft zu gestalten“ (Grundmann/Beer, 2004: S. 1). Seit den Anfängen der Soziologie stellt das Subjekt und insbesondere sein Verhältnis zur Gesellschaft die wohl wichtigste Forschungsfrage dar. Die Annahme eines Subjekts, dass die Fähigkeit zu rationalem Denken besitzt, kulturelle Gegebenheiten internalisiert und diese wiederum durch sein Handeln nach außen trägt, ist weit verbreitet und wird von fast allen soziologischen Theorien geteilt. Trotzdem gibt es entscheidende Unterschiede in der Betrachtungsweise des Individuums und es stellt sich mit Blick auf das obige Zitat die Frage, ob das Subjekt tatsächlich als ein „vernunfthandelndes“ Individuum verstanden werden kann. Um diese Frage zu klären, soll im Folgenden eine bis heute viel umstrittene, aber in ihrer Durchführung einzigartige Studie, die „Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ von Max Weber dargestellt und analysiert werden.Die Grundlage der Studie beruht auf der Frage nach der historischen Entstehung des modernen Kapitalismus im Okzident und der Beobachtung eines engen Zusammenhangs zwischen Protestantismus und kapitalistischer Entwicklung. Die Besonderheit der Arbeit liegt zudem darin begründet, dass zwar der moderne Kapitalismus der Ausgangspunkt der Forschung ist, Weber sich aber vorrangig mit dem Menschen als Ganzes befasst und zwar mit der Vorstellung von einem Menschen, dessen Art der Menschlichkeit sich in der Art und Weise seiner gesellschaftlichen Lebensverhältnisse widerspiegelt. Die gesellschaftlichen Lebensverhältnisse zeichnen sich dabei durch kapitalistisches, rationales Handeln aus, so dass der Kapitalismus für Weber demnach den Grundcharakter der enschlichkeit darstellt, also das was den Menschen innerhalb der kapitalistischen Welt zum Menschen macht (Guttandin,1998: S. 12/ Löwith, 1973: S. 19). [...]
Diese Einführung in die Soziologie Max Webers verdeutlicht den zeit- und wissenschaftshistorischen Kontext der Entstehung des Werkes. Die Werke Webers werden thematisch vorgestellt und diskutiert. Abschließend wird die Aktualität Webers anhand heutiger Forschungsfragen aufgezeigt.
English summary: Max Weber's mature sociology took shape within two complementary but unfinished projects: "Economy and Society," which he often called "my sociology," and the studies on the "Economic Ethic of the Word Religions," with which he contextualized his famous essay entitled "Protestant Ethic and the Spirit of Capitalism." In these essays by Wolfgang Schluchter, the background and the systematic results of Weber's dual project are scrutinized. Schluchter's essays originated as introductions to three volumes of the complete edition of Max Weber's writings, letters and lectures and are presented here again, in a slightly revised version. Read jointly, they provide an introduction to Weber's mature sociology. German description: Die beiden Hauptwerke von Max Webers verstehender Soziologie, "Wirtschaft und Gesellschaft" in der Fassung von 1919/20 und die auf vier Bande geplanten "Gesammelten Aufsatze zur Religionssoziologie" erganzen einander. Wolfgang Schluchter geht in den hier vorgelegten Studien dem lebens- und werkgeschichtlichen Zusammenhang sowie dem systematischen Ertrag dieses Doppelprojekts nach. Die Abhandlungen konnen als Einfuhrung in Webers Doppelprojekt dienen, sind sie doch als Einleitungen in die entsprechenden Bande der Max Weber-Gesamtausgabe entstanden. Sie werden hier zusammen und in leicht veranderter Fassung prasentiert.
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen, Note: 1,7, Universität Bremen, Veranstaltung: Geschichte der Soziologie, 3 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit soll sich mit den Paradoxien bei Max Weber beschäftigen. Im Besondern mit den Paradoxien der Rationalisierung, am Beispiel des Ver-hältnisses der religiösen Ethik zur ökonomischen Sphäre. Da Max Weber diese Inhalte größtenteils innerhalb seiner Protestantischen Ethik abarbeitet, wird dieses Werk Webers die Grundlage zu dieser Hausarbeit bilden. Wie kommt es zur „Kapitalbildung durch asketischen Sparzwang“ ? Wie kommt es dazu, dass sich die innerweltliche Askese verändert, schließlich verloren geht und zu einem „stahlharten Gehäuse“ wird. Diese und weitere Aspekte in Webers Protestantischer Ethik gilt es in dieser Arbeit zu erläutern. Im ersten Teil der Arbeit, der als Abschnitt II benannt ist, wird zunächst ver-tiefend auf die Protestantische Ethik eingegangen. Dieser Teil soll vor allem als Grundlage zum Verständnis dienen, was Weber mit seiner Schrift aus-drücken wollte. Zu Beginn werden die entscheidenden Begriffe, wie „inner-weltliche Askese“ oder „Geist des Kapitalismus“ erläutert um so einen besse-ren Einblick zu gewährleisten. Dieses Vorwissen soll auf den nächsten Ab-schnitt hinleiten, der sich damit beschäftigt, wie die „innerweltliche Askese“ mit dem „Geist des Kapitalismus“ zusammenhängt. Hier wird es zu einem fließenden Übergang zu Webers Argumentation, wie sich die „innerweltlichen Askese“ zum „Geist des Kapitalismus“ entwickelt hat, kommen. In diesem Teil der Arbeit sollen die Argumentationen Webers noch einmal genauer be-trachtet und erläutert werden. Anschließend werden in Abschnitt III die Para-doxien innerhalb des Themas herausgearbeitet. Einmal mehr liegt das be-sondere Augenmerk hier auf der Veränderung der „innerweltlichen Askese“ und wohin diese Veränderung geführt hat. Im anschließenden Abschnitt IV sollen die vorherigen Abschnitte zu einem Fazit zusammengefasst werden.
Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes diskutieren die Aktualität und Multiperspektivität des Topos Fairness/Fairplay aus der Sicht unterschiedlicher fachwissenschaftlicher Blickwinkel. Dieser im Bereich des Sports beheimatete Topos hat längst die ursprünglichen Sphären des genuinen sportlichen Rahmens verlassen. So spricht man zum Beispiel von Financial Fair Play im europäischen Fußball, von „Tax-Fair Play“ im Bereich der Steuerpolitik, von Fair Trial im Prozessrecht, oder von sozialer Fairness in Bezug auf ökologische und arbeitsspezifische Prozesse. Fairness/Fairplay als verantwortungsvolle und nachhaltige Handlungsoption wird immer häufiger sowohl zum Thema politischer und medialer Diskurse, als auch zum Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzungen.

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