'Fascist Pigs' investigates the breeding of new animals and plants embodying fascism. It details the role of technoscientific organisms in the national battles for food independence launched by Mussolini, Salazar, and Hitler, the first large scale mobilizations of the three fascist regimes.
Models abound in science, technology, and society (STS) studies and in science, technology, and innovation (STI) studies. They are continually being invented, with one author developing many versions of the same model over time. At the same time, models are regularly criticized. Such is the case with the most influential model in STS-STI: the linear model of innovation.In this book, Benoît Godin examines the emergence and diffusion of the three most important conceptual models of innovation from the early twentieth century to the late 1980s: stage models, linear models, and holistic models. Godin first traces the history of the models of innovation constructed during this period, considering why these particular models came into being and what use was made of them. He then rethinks and debunks the historical narratives of models developed by theorists of innovation. Godin documents a greater diversity of thinkers and schools than in the conventional account, tracing a genealogy of models beginning with anthropologists, industrialists, and practitioners in the first half of the twentieth century to their later formalization in STS-STI. Godin suggests that a model is a conceptualization, which could be narrative, or a set of conceptualizations, or a paradigmatic perspective, often in pictorial form and reduced discursively to a simplified representation of reality. Why are so many things called models? Godin claims that model has a rhetorical function. First, a model is a symbol of "scientificity." Second, a model travels easily among scholars and policy makers. Calling a conceptualization or narrative or perspective a model facilitates its propagation.
Leading scholars chart the future of studies on technology and journalism in the digital age.
Digital practices in social and political landscapes: Why two researchers can look at the same feature and see different things.
1942, mitten im Zweiten Weltkrieg, führt Hitler einen ganz persönlichen Kampf: den Kampf für die Spitzmaus. Biologen, die sich erdreistet hatten, dem irrtümlich als "Maus" bezeichneten Tier einen anderen Namen zu verpassen, drohte er mit einem Arbeitseinsatz an der Ostfront. Um die richtigen Namen für die Natur wird - wenn auch weniger dramatisch - seit jeher gerungen. Entgegen der ausgefeilten Systematik der Tierkategorisierung unterliegt die Namensgebung selbst der Freiheit des Entdeckers und gestaltet sich entsprechend kunstvoll wie kontrovers. Doch wie passt das mit dem Exaktheitsanspruch der Naturwissenschaft zusammen? In einer unterhaltsamen Expedition durch die Geschichte der Naturkunde, durch Museen und Wildnis, eröffnet uns Michael Ohl eine eigentümliche, faszinierende Sprachwelt, die sich von volkstümlichen Bezeichnungen über die Systematisierung bei Linné bis hin zur Genetik stetig weiterentwickelt hat. Er erzählt die Geschichte von waghalsigen Abenteurern und sammelwütigen Sonderlingen und erkärt, warum der Maulwurf sein Maul bei sich behält und das Murmeltier pfeift und nicht murmelt. Mit diesem Verständnis des sinnlichen Wechselspiels von Kultur und Natur können wir begreifen, warum die "Diva unter den Pferdebremsen" mit goldenem Hinterteil den Namen von Beyoncé trägt, und was es mit der merkwürdigen Art "Homo sapiens" auf sich hat.
Die Moderne ist durch den Verlust von Gewißheiten geprägt, was sie nicht hindert, neue zu suchen. Die historisch einmalige Präferenz für das Neue, die mit der modernen Naturwissenschaft institutionalisiert wurde, hat Ungewißheiten mit sich gebracht, die aus dem erweiterten Handlungsraum und technischen Möglichkeiten resultieren. So endlos das Potential menschlicher Kreativität und der sie antreibenden Neugier scheinen mag, stößt sie dort auf Grenzen, wo das, was wissenschaftlich und technisch machbar ist, als gesellschaftlich unerwünscht gilt. Die wissenschaftliche Neugier soll gezähmt werden, doch gleichzeitig hat die Gesellschaft eine kollektive Wette auf die fragile Zukunft abgeschlossen. Sie lautet: Innovation. Im Buch werden die sich daraus ergebenden Spannungen analysiert und die ihnen zugrundeliegende Ambivalenz als kulturelle Ressource identifiziert. Um die Zukunft anders als in utopischen und dystopischen Bildern zu denken, müssen wir, ob wir wollen oder nicht, modern bleiben.
In kaum einer anderen Weltregion wird den Intellektuellen - den Wissenschaftlern, Schriftstellern und Künstlern - so viel Einfluss auf Politik und Gesellschaft zugesprochen wie in Lateinamerika. Angesichts der in den vergangenen Jahren vollzogenen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Transformationsprozesse hat sich jedoch auch die Rolle der Intellektuellen bei der Vermittlung zwischen Staat und Gesellschaft verändert. Vielerorts wurden sie durch »Experten« und Technokraten ersetzt. Lateinamerikanische Autoren gehen deshalb der Frage nach, welchen Einfluss Intellektuelle einst auf gesellschaftliche Veränderungen nahmen und welche Rolle sie in Zukunft für das Funktionieren und die Entwicklung der Demokratie in dieser Region spielen können.
Der globale Kapitalismus hat seit seiner Entstehung immer schon nicht nur Waren, sondern auch »Rassen« und »Spezies« produziert. Ihm liegt ein rassistisches Denken, eine »schwarze Vernunft« zugrunde, wie der große afrikanische Philosoph und Vordenker des Postkolonialismus Achille Mbembe in seinem brillanten und mitreißenden neuen Buch zeigt. In kraftvollen Linien zeichnet Mbembe die Genese unserer Gegenwart nach, indem er darstellt, wie sich der globale Kapitalismus seit dem Beginn der Neuzeit aus dem transatlantischen Sklavenhandel entwickelt hat. In dieser Zeit steigt Europa zum Zentrum der Welt auf und kreiert die Figur des »Negers«, des »Menschen-Materials«, der »Menschen-Ware«, die über den »schwarzen Atlantik« gehandelt wird. Mit dem Abolitionismus, der Revolution in Haiti, dem Antikolonialismus oder der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung kommt zwar seit der Aufklärung eine erste globale Welle der Kritik an der Sklaverei und der »schwarzen Vernunft« des Kapitalismus auf. Dieser breitet sich jedoch in seiner neoliberalen Spielart unaufhaltsam weiter aus und überträgt die Figur des »Negers« nun auf die gesamte »subalterne Menschheit«. In diesem Prozess des »Schwarzwerdens der Welt«, so die radikale Kritik Mbembes, bilden auch Europa und seine Bürger mittlerweile nur noch eine weitere Provinz im weltumspannenden Imperium des neoliberalen Kapitalismus.
Die Evolution des menschlichen Moralbewusstseins gehört zu den großen Rätseln der Wissenschaft. Es hat die Phantasie von Generationen von Forschern beflügelt, zahlreiche Theorien liegen auf dem Tisch, aber die Frage »Woher kommt die Moral?« ist nach wie vor offen. In Fortschreibung seiner faszinierenden Naturgeschichte des Menschen legt nun Michael Tomasello eine Antwort vor. Gestützt auf jahrzehntelange empirische Forschungen, rekonstruiert er die Entstehung des einzigartigen menschlichen Sinns für Werte und Normen als einen zweistufigen Prozess. Dieser beginnt vor einigen hunderttausend Jahren, als die frühen Menschen gemeinsame Sache machen mussten, um zu überleben; und er endet beim modernen, ultrakooperativen homo sapiens sapiens, der beides besitzt: Eine Moralität der zweiten Person, die unseren Umgang mit dem je einzelnen Gegenüber prägt, und eine gruppenbezogene »objektive« Moral, die sagt, was hier bei »uns« als gut oder gerecht gilt. In der Tradition von Mead, Kohlberg und Piaget zeigt Tomasello außerdem, wie sich die individuelle Moralentwicklung in einer bereits normengesättigten Welt vollzieht. Und so ist Eine Naturgeschichte der menschlichen Moral der derzeit wohl umfassendste Versuch zu verstehen, wie wir das geworden sind, was nur wir sind: genuin moralische Wesen.
Seit den fruhen achtziger Jahren ist bekannt, dass es zwischen Martin Heidegger und Hannah Arendt - uber die Lehrer-Schuler- und spatere professionelle Verbindung hinaus - eine Liebes- und Freundschaftsbeziehung gegeben hat. Die Dokumente, die das Verhaltnis belegen und in den Nachlassen Arendt und Heidegger im Deutschen Literaturarchiv Marbach lagern, waren bislang nicht zuganglich. In diesem Band werden sie erstmals veroffentlicht. Dieser Publikation mit ihrem grossen Fundus an Materialien kommt erhebliche biographische und werkgeschichtliche Bedeutung zu. Die Ausgabe enthalt zusatzlich zu den aus den Handschriften ubertragenen Texten einen Anmerkungsteil mit kommentierenden Hinweisen, ein erlauterndes Nachwort sowie Register.
Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS (RuSHA) war im NS-Staat zuständig für die rassische Überprüfung von SS-Angehörigen sowie ab 1939 von sogenannten Volksdeutschen, von Polen, Russen, Slowenen, Elsässern und Lothringern. Weit mehr als eine Million Menschen aus ganz Europa wurden diesen Musterungen unterzogen, für die meisten war das Votum der SS-Rassenprüfer von existentieller Bedeutung. Der "rassische Wert" der Menschen bestimmte, ob sie enteignet, vertrieben, umgesiedelt oder zur Zwangsarbeit herangezogen, als Jude identifiziert, zur Ermordung in ein Vernichtungslager geschickt wurden - oder nicht. Damit lieferte die rassische Hierarchisierung nicht nur die vermeintlich wissenschaftliche Begründung der NS-Bevölkerungspolitik, sondern prägte entscheidend die besatzungspolitische Praxis. Die rassischen Überprüfungen und damit verbundenen Umsiedlungen erweisen sich als Grundpfeiler der NS-Diktatur, als zentrales Element des Rassenstaates. Isabel Heinemann analysiert das RuSHA als eine Schlüsselinstitution des SS-Imperiums und stellt die Rasseexperten der SS aus dem RuSHA als eine spezifische Gruppe von NS-Funktionären vor. Daneben zeigt sie, wie die Rasseexperten die rassische Auslese konzipierten, umsetzten und welche Konsequenzen dies hatte. Sechs Fallstudien demonstrieren, wie das Votum der SS-Rasseexperten die gewaltsame Vertreibungs- und Neuordnungspolitik in den europäischen Regionen prägte - in der Tschechoslowakei, in Westpolen, in Elsaß-Lothringen, im "Generalgouvernement", in der besetzten Sowjetunion und im "Altreich".

Best Books