Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Ethnologie / Volkskunde, Note: 1,7, Friedrich-Alexander-Universitat Erlangen-Nurnberg, Sprache: Deutsch, Abstract: In folgender Arbeit soll nicht das Verhalten der Studiobesucher auf der Trainingsflache beobachtet werden, sondern das Verhalten der Trainierenden in den Umkleidekabinen stehen im Vordergrund folgender ethnographischen Untersuchung. Den Umkleideraumen wird dabei oftmals die Funktion einer notwendigen Hinterbuhne zugewiesen, die vorwiegend dem Wechsel zwischen Sport- und Alltagswelt dient. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, welche korperlichen Interaktionen sich in den Umkleiden von Fitnessstudios beobachten lassen und wie in Gruppenumkleidekabinen mit dem sensiblen Thema der Entblossung umgegangen wird. Der vorliegende Aufsatz soll die aufgeworfene Frage in vier Abschnitten untersuchen. Zunachst ist es notwendig, eine Ubersicht uber die Methodik der Studie als teilnehmende Beobachtung zu geben. Im darauffolgenden Abschnitt soll sich dann mit dem Fitnessstudio als untersuchtes Feld hinsichtlich Infrastruktur, Gemeinsamkeiten und sozialstrukturellen Aspekte auseinandergesetzt werden. Aus der Auseinandersetzung mit dem beobachteten Verhalten in Umkleidekabinen heraus, sollen dann in Abschnitt 4 die typischen Funktionen und Verhaltensweisen in Umkleidekabinen dargestellt werden. Am Ende des Aufsatzes findet sich schliesslich eine Zusammenfassung und ein kurzer Forschungsausblick."
​ In diesem Band werden methodische Aspekte ethnographischer Arbeit fokussiert. Unbeschadet dessen erscheint die Reinheit der je eingesetzten Erkundungs- und Deutungstechniken prinzipiell als nachrangig gegenüber der Aufgabe, so Vieles und so Vielfältiges wie möglich über die Welt, in der man sich jeweils bewegt, in Erfahrung zu bringen. Dies gelingt in Ethnographien vorzugsweise dadurch, dass die forschende Person am Leben in ihrem jeweiligen Feld tatsächlich teilhat und dass sie zugleich im Feld so agiert, dass sie es möglichst wenig von äußeren Wertsetzungen her beeinflusst und verändert.Die besondere forscherische Kompetenz der Ethnographie treibenden Person besteht dementsprechend vor allem darin, dass sie in der Lage ist, erkenntnisoptimierend zwischen existenzieller Nähe und analytischer Distanz zu changieren – was insbesondere deshalb so bedeutsam ist, weil Datenerhebung, Datenauswertung und Theoriebildung eben nicht in einer vorweg festgelegten, linearen Abfolge stehen, sondern weil der explorativ-interpretative Forschungsprozess in einer spiralförmigen Bewegung stattfindet.
Der thematische Fokus dieses Sammelbandes liegt auf den scheinbaren Abweichungen von der Norm, der diskursiven Vermittlung "schöner" Körper durch Bild und Text sowie auf den Methoden der Körperinszenierung und -optimierung. Neue Aspekte hinsichtlich dominanter heteronormativer Körpernormen und alltägliche Schönheitspraktiken werden in den Artikeln und in künstlerischen Auseinandersetzungen beleuchtet. Gesellschaftliche Normansprüche reichen in ihrer Wirkungsmacht weit hinein in die private Sphäre. "Schönheit" ist im gesellschaftlichen Diskurs ein fest verankertes Motiv, das über privaten als auch beruflichen Erfolg mitentscheiden kann. Dick, dünn, behaart, unbehaart, jung, alt, männlich, weiblich oder irgendwie dazwischen: Das Äußere wird normiert, reguliert und manipuliert. Während die Privatheitsideologie das Motto "Mein Körper gehört mir" ins Negative verkehrt und damit freiwillige chirurgische Eingriffe zur eigenen äußerlichen Optimierung rechtfertigt, werden in vielen Fällen intergeschlechtliche Menschen zu einer körpernormalisierenden Operation gezwungen. Dieser Band will für die Widersprüchlichkeit neoliberaler Anrufungen sensibilisieren und Reflexionsprozesse anregen, um widerständige feministische Positionen zu schaffen.
Der vorliegende Band analysiert das sich wandelnde Fußballspiel in Deutschland und England vor dem Hintergrund der Frage: Lässt sich im Kontext des globalisierten, postmodernen Fußballspiels noch von nationalen Fußballkulturen sprechen, die sich deutlich voneinander unterscheiden? Die deutschen und englischen Beiträge betrachten dazu eine Reihe unter-schiedlicher Phänomene, wie etwa die soziale Herkunft der Fans, kommerzielle Einflüsse, Frauenfußball und vor allem die Rolle der Massenmedien. British and German authors analyse the changing face of football in England and Germany. The book addresses in particular the question of whether one can still speak, in the context of a globalised, postmodern game, of national football cultures that are clearly distinguishable from one another. Contributions in English and German examine a number of different phenomena such as the social background of fans, commercial influences, women’s football and above all the role of the mass media.
Ohrenbetäubender Lärm, endlose Partys, exzessiver Drogenkonsum und kommerzielle Verdummung junger Menschen - das sind nach wie vor die gängigen Assoziationen, die das Thema "Techno" in der sogenannten breiten Öffentlichkeit weckt. Demgegenüber liegen zwischenzeitlich vielfältige empirische Untersuchungen, systematisierende Beschreibungen, analytische Rekonstruktionen und auch theoretische Deutungen dieses Phänomens vor. Der Band versammelt wesentliche Erkenntnisse maßgeblicher Techno-Forscherinnen und Techno-Forscher in der deutschen Soziologie und in den benachbarten Disziplinen Musikwissenschaft, Theologie, Betriebswirtschaftslehre, Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Kunstpädagogik.
In der vorliegenden Studie erzählt eine junge Generation von Zugewanderten und Einheimischen aus einem transnationalisierten Stadtteil mittels filmischer Bilder und Gesprächen von ihrem Alltag, ihren Träumen und Frustrationen. Die Jugendlichen stellen die eigenen Erfahrungen auf einer Webseite den Klischees ihres Quartiers als Multikulti-Idylle oder sozialem Brennpunkt entgegen. Dabei zeichnen sich abhängig vom Schulerfolg, vom Geschlecht und vom Migrationshintergrund vielfältige und je nach Kontext wechselnde Zugehörigkeitsordnungen im Peermilieu ab. Die in der Forschungspartnerschaft mit den Jugendlichen entstandenen Videoproduktionen ermöglichen dank des partizipativen Ansatzes der Performance-Ethnografie neue, oft unerwartete Einblicke in Transnationalisierungsprozesse "von unten".
Der Band fokussiert das Erleben, das Erfahren und den Umgang mit Alter(n) und der Vergänglichkeit des Körpers in der Gegenwart. Diese Fragestellung geht nicht nur aus dem hervor, was als ‚demographischer Wandel‘ vielfach öffentlich diskutiert wird und bislang etwa in einigen wenigen Spiel- und Dokumentarfilmen oder sonstigen Medienfeatures exponiert wird. Vielmehr spielen auch die unübersehbaren, bspw. über Medizin und Lebensstile induzierten Veränderungen von alternder und vergänglicher Körperlichkeit eine zentrale Rolle. Im Fokus steht dabei gerade die Verbindung von Altern und vergänglicher Körperlichkeit bzw. deren ‚Vermeidung‘ oder ‚Verbannung‘.
„Für wen machen Sie sich schön?“ – „Für mich selbst“, lautet die Antwort heute meist. Das stimmt nicht, auch wenn viele felsenfest davon überzeugt sind. Schön machen wir uns vor allem, weil wir auf soziale Anerkennung aus sind. Dabei handelt es sich nicht um eine „Frauensache“, und mit Spaß und Lust hat es nur selten etwas zu tun. Weil rund um das Sich-schön-Machen vieles anders ist, als wir zu wissen glauben, geht es in diesem Buch auch nicht um Schönheit, sondern um “Schönheitshandeln“: ein Medium der Kommunikation, das der Inszenierung der eigenen Außenwirkung dient, das Aufmerksamkeit verschafft (oder auch vermeidet) und die eigene Identität sichert.
Zu konstatieren ist ein Trend zur Eventisierung des Lebens in der Gegenwartsgesellschaft schlechthin. Der Begriff „Eventisierung“ bezeichnet zum einen die Verspaßung von immer mehr Bereichen unseres sozialen Lebens mit einer bestimmten Art kultureller Erlebnisangebote, zum anderen das Machen konkreter Events – sowohl durch Anreicherung kultureller Traditionsveranstaltungen mit zusätzlichen Verlustierungselementen als auch durch strategische Neuschöpfungen von Unterhaltungsformaten für möglichst viele Menschen. Illustriert wird dieser Befund anhand konkreter Studien zum Weltjugendtag (2005 in Köln), zur Kulturhauptstadt („Metropole Ruhr“ 2010) und zur Loveparade – bis hin zu deren düsterem Ende (Duisburg 2010). Die Zeitdiagnose mündet in die Frage, ob (auch) „Eventisierung“ möglicherweise ein „Juggernaut“ ist.
Birgit Hüpping nimmt subjektive Sichtweisen von Grundschullehrkräften in Bezug auf den pädagogischen Umgang mit migrationsbedingter Heterogenität in den Blick. Dabei werden akteurs- und handlungsbezogene sowie institutionelle Ebenen im Kontext von Schule analysiert. In einer qualitativen Interviewstudie zeigt die Autorin auf, dass die Heterogenität der Schülerschaft grundsätzlich bejaht und in ihren verschiedenen und vielfältigen Dimensionen wahrgenommen wird. Bei der Umsetzung in pädagogische Praktiken sind allerdings mehrere komplexitätsreduzierende Strategien im Spiel, die in ihren möglichen Auswirkungen auf Persönlichkeitsentwicklung und Bildungserfolge einzelner Kinder oder Gruppen hoch problematisch sind.
Der Körper, der wir sind und den wir leben, ist in weitreichende Veränderungen einbezogen. Von staatlichen Bio- und Gesundheitspolitiken, persönlichen (Um-)Gestaltungsprogrammen, Blogs und Chats zum Körpererleiden bis hin zur publikumswirksamen Erkundung von „Feuchtgebieten“ – die Transformation des Körperlichen lässt sich mit dem Begriff des „Körperwissens“ fassen. „Körperwissen“ bezeichnet das lebensweltliche, private und intime Wissen von Individuen über den eigenen Körper, aber auch die durch massenmediale Repräsentationen und Expertensysteme erzeugten, normierenden Wissensbestände über menschliche Körperlichkeit. Die Beiträge des vorliegenden Bandes untersuchen die Verflechtungen zwischen dem Körperwissen der Individuen und dem durch Diskurse, Medien und Expertensysteme bereitgestellten Wissens- und Gestaltungspotenzial in unterschiedlichen gesellschaftlichen Erfahrungsräumen, vom Sport über die Schule, die medizinische Behandlung des Körpers bis hin zur sexuellen Lust.
Der Band untersucht im sozialen Alltag wirksame Mikropolitiken des interethnischen Austauschs und der ethnischen Grenzziehung. Neben grundlegenden theoretischen Überlegungen präsentieren die Beiträge ethnographische Fallstudien, die sich mit deutsch-türkischen Gruppenbeziehungen und -konflikten in zwei wesentlichen Integrationsarenen beschäftigen: im Fußballmilieu und im Sozialraum urbaner Nachbarschaften.

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